Mein RL
Dezember 2007 – Die traurigste Zeit meines Lebens
Tjaaa… ist schon merkwürdig mit XPhile und mir…. aber beginnen wir am Anfang, bzw. knüpfen wir doch einfach an der vorherigen Geschichte an….
Wie war das? Achja… wir hatten uns im August 2007 auf Gor mal kurz gesehen, für 2 Stunden, und uns dann wieder einmal aus den Augen verloren – Bis zum Dezember 2007…
Der Dezember 2007 war ein sehr, sehr trauriger Monat, obwohl er so schön begonnen hatte….
Am 06.12.2007 traf ich Eisi und XPhile wieder. Das Wiedersehen war toll! Wir umarmten uns und freuten uns riesig! Wir unterhielten uns sehr lang…
Dann aber trennte ich mich am 07.12.2007 von meiner langen Beziehung mit Vegoth. Wir waren immerhin seit März 2007 in SL zusammen und verheiratet und wir liebten uns sehr. Er wusste fast von Anfang an, das ich transsexuell (transident) bin und eigentlich in einem männlichen Körper steckte. Dennoch liebte er mich, wie ich war und nahm mich stets so, wie ich bin – als die kleine, niedliche, liebe und immer freundliche Kajira von nebenan – seine Kajira.
Dennoch… ich wusste, das er sich eigentlich eine Beziehung für’s Real Life wünschte. Da er aber weder Bi noch schwul war, kam das für uns nicht in Frage. Und so entschied ich mich im Dezember zu diesem folgenschweren und für uns beide sehr traurigen Schritt, denn wir liebten uns doch und eigentlich war zwischen uns immer alles wunderschön und in bester Ordnung gewesen.
Am 07.12.2007 beendete ich die Beziehung mit Vegoth, damit er seine Chance für eine Beziehung im Real Life wahrnehmen konnte. Ich war fix und fertig und völlig am Ende. Ich erwog sogar Second Life ganz zu verlassen.
Am gleichen Tag, nur ein paar Stunden später bekam ich eine EMail von meinem Vater in Berlin. Sie hatte nur folgenden kurzen Inhalt: „Bitte melde Dich doch mal…“. Ausserdem enthielt sie ein Bild seines jungen Rauhaardackels „Benji“, den er sich nach dem Tod meiner Mutter im Oktober 2006 zugelegt hatte, um etwas Gesellschaft und Ablenkung zu haben.
Mein Vater liebte mich sehr. Als ich noch bis Ende April 2007 in Berlin war (ich zog dann um nach Süddeutschland), spielten wir fast jeden Tag Skat zusammen mit meiner kleinen Schwester oder wir schauten Formel 1 zusammen und schlossen jedes Jahr wieder die gleiche Wette ab, die er jedes Jahr auch wieder verlor. Wir spielten auch sehr oft Schach und ich war der Einzige, den er nicht schlagen konnte.
Nun, jedenfalls kam diese EMail mit dieser Bitte, mich doch einmal zu melden. Ich habe mich eigentlich mindestens wöchentlich bei ihm gemeldet. Entweder haben wir telefoniert oder uns per Skype oder ICQ unterhalten.
Ich war leider so in Gedanken versunken durch die Trennung von Vegoth, das ich diese EMail vergaß und mich nicht meldete…
Am 09.12.2007, nur zwei Tage nach dieser verhängnisvollen EMail, rief meine kleine Schwester an… ich hörte sofort, das etwas Schreckliches passiert sein musste… Unser Vater hatte sich an jenem Sonntag Morgen das Leben genommen… ich war wie gelähmt… ich stand noch eine Weile mit dem Telefonhörer in der Hand, obwohl meine Schwester schon längst wieder aufgelegt hatte. Mir war kotzübel und mein Kreislauf drohte zu kippen… die Tränen liefen nur so, ohne das ich etwas dagegen tun konnte, oder es auch nur gewollt hätte…
Ich fuhr am gleichen Tag noch mit dem nächsten Zug nach Berlin hoch um meinen Geschwistern in dieser schweren Stunde beizustehen und ihnen zu helfen alles Weitere zu managen und gut zu überstehen.
Wie gesagt, kurz vorher hatte ich Eisi und XPhile wiedergetroffen… XPhile half mir sehr über diese schweren Tage hinweg. Über tiefere Details möchte ich lieber nicht eingehen… nur soviel: Ich kam mit Eisi zusammen, warum auch immer, ich versteh es heute absolut nicht. Sie hatte nichts Besseres zu tun, als mir ständig Vorwürfe zu machen, warum ich dort oben in Berlin sei und mich um meine Geschwister kümmerte und nicht bei mir Zuhause, wo sie mich alleine für sich gehabt hätte…
XPhile hingegen hörte zu, tröstete mich, und half mir enorm diese Zeit gut zu überstehen. Ich war, nein ich bin ihr sehr, sehr dankbar dafür.
Ich machte mir enorme Vorwürfe… und ich mache sie mir auch heute noch. Mein Vater hatte mich sehr, sehr geliebt und er war immer so stolz auf mich. Hätte ich mich auf seine EMail hin gemeldet und ihm gesagt, das ich an Weihnachten bei ihm oben in Berlin bin, was ich sowieso vorhatte…. er hätte sich nicht das Leben genommen. Auf keinen Fall hätte er das getan, zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt.
Nun… jedenfalls lernte ich zu diesem Zeitpunkt XPhile zu lieben.
Bis zu diesem Zeitpunkt wusste XPhile nicht, das ich… nunja… eine männliche Stimme hatte und auch sonst wusste sie nichts von mir. Ich war nie in SL-Voice, sondern hörte nur zu und schrieb meine Antworten im Chat.
Die Beerdigung meines Vaters war für den 20.12.2007 angesetzt und mindestens so lange musste, nein wollte ich natürlich auch in Berlin bleiben. Es muss um den 13.12. oder 14.12. herum gewesen sein, als ich mich endlich dazu entschied, mich zu offenbaren. Ich weiss nicht ob es der Schock über den Tod meines Vaters war, oder der Verlust von Vegoth oder einfach nur das immense Vertrauen, das ich zu der Zeit schon in XPhile gehabt hatte… auf jeden Fall beschloß ich Voice auch dafür zu benutzen, wofür es da war, nämlich um zu sprechen. XPhile und auch Eisi waren sehr überrascht aber nicht böse oder so… sie verstanden mich auf Anhieb als ich ihnen erklärte, was mit mir los war.
Von diesem Tag an unterhielten wir uns stundenlang per Voice, auch wenn Eisi sich ständig bei mir beschwerte, das ich kaum einen Ton sage… wir haben uns ständig unterhalten, stundenlang. Und selbst wenn ich das Schweigen in Persona gewesen wäre… zu diesem Zeitpunkt, in dieser Situation, mit solch einem Verlust und der anstehenden Beerdigung wäre das doch mehr als nur verständlich gewesen.
Nun die Beerdigung kam… und damit auch mein völliger Zusammenbruch. Mein Kreislauf versagte vor seinem Sarg. Ich brach hemmungslos weinend zusammen. Meine kleine Schwester, die selbst mehr als genug damit zu tun hatte mit ihrer eigenen Trauer fertig zu werden, stützte mich die ganze Zeit. Danke mein liebstes Schwesterherz!
Am 22.12. fuhr ich dann wieder nach Hause, nach Süddeutschland zurück.
Zwei Tage später beendete ich diese leidige 2-Wochen-Beziehung mit Eisi, da es keinen Sinn machte auf eine Beziehung zu bestehen die keine war und weil ich… im Grunde meines Herzens doch eigentlich inzwischen jemand anderen liebte.
XPhile hatte einen großen Umzug vor sich… Sie musste aufgrund eines Arbeitsplatzes ihren Heimatort verlassen und in eine völlig fremde Stadt, rund 600km entfernt in eine Wohnung einziehen, die sie nur von Fotos her kannte. Ihr Umzug sollte am 27.12. losgehen und sie machte sich grosse Sorgen, ob sie jemals wieder in Second Life sein kann. Denn sie hatte dort in ihrer neuen Wohnung weder Telefon noch Internet. Eisi sollte sich bei Arcor um einen Telefonanschluss mit DSL bemühen, während XPhile in ihrem neuen Zuhause, abgeschottet von der Aussenwelt darauf wartete, das ihr Telefon endlich funktionierte.
Es sollte über einen Monat dauern, bis sie endlich wieder telefonieren konnte und in das Zweite Leben eintauchen konnte.
Wie es nach ihrem Umzug weiter ging, wie XPhile und ich zusammen kamen, unser erstes Real Life Treffen und vieles mehr… das alles erfahrt ihr in der nächsten Geschichte.
Nur soviel, ich ließ kaum einen Tag aus, an dem ich XPhile nicht mindestens eine SMS schickte oder sie gar auf ihrem Handy angerufen hatte…
Kommentare:
- 1. Jenni E. – 9. Juli 2008
- Oh Mann, da hast du aber ganz schön was mitgemacht! Und doch hab ich ein gutes Gefühl, wenn ich das so lese, Criz. XP und du – das ist etwas wirklich außergewöhnliches. Um so besser wenn es dir hilft, das anzunehmen, was für dich zuvor fremd, ungeliebt, … gewesen ist.
-
2. Criz Collins – 9. Juli 2008 - Vielen lieben Dank, Jenni. Ich weiss, das die Liebe zwischen XP und mir… unsere Beziehung etwas ganz Besonderes ist und ich werde sie hegen und pflegen und alles dafür tun, das sie genau so bestehen bleibt, wie sie seit Januar jetzt immernoch ist.
Januar 2008 – Die schönste Zeit meines Lebens
[Fortsetzung von "Dezember 2007 - Die traurigste Zeit meines Lebens"]
XPhile startete ihren Umzug am 27.12.2007 und sie hatte keine Möglichkeit groß in Kontakt zu bleiben, da sie weder Telefon noch Internet in ihrer neuen Wohnung hatte. Einzig ihr Handy war ihr geblieben. Aber um täglich den Kontakt zu halten, waren Handy-Telefonate deutlich zu teuer.
Also schickte ich ihr fast täglich mindestens eine SMS und rief sie auch mehrmals in der Woche an.
Es war rührend und traurig zugleich wie sie sich ständig Sorgen machte, das sie nie mehr zu uns in Second Life kommen könnte. Ich beruhigte sie ständig und versuchte sie halbwegs aufzubauen. Fast jeden Tag kam eine neue Hiobs-Botschaft von ihr per SMS bei mir an worin stand, daß der Techniker mal wieder nicht da war, oder das ein neuer Telefon-Anschluss verlegt werden müsse, oder Dieses und Jenes…
Nun so ging es einige Tage weiter…. bis…
Ja, bis XPhile und ich beschlossen, uns in Real Life zu treffen.
Es war der 12.01.2008 als es endlich soweit war… ich machte mich mit Rucksack und meinem Laptop per Zug auf den Weg zu ihr. Das Ticket für diese 130km Zugfahrt war nicht sonderlich teuer. Allerdings musste ich insgesamt dreimal umsteigen. Man könne annehmen, das man diese 130km innerhalb von vielleicht anderthalb Stunden hinter sich hat. Dem ist leider nicht so…
Zuerst muss ich einen Bus nehmen, der mich 20km weit bis in die nächste Stadt bringt, von wo ich mit dem nächsten Bus der natürlich mindestens eine halbe Stunde später erst fährt wieder 25km bis zum nächst-größeren Bahnhof bringt. Dort fährt der nächste Zug dann selbstverständlich auch erst mindestens eine halbe Stunde später mit dem ich dann gerade mal 5km weit fahren muss um dann in den nächsten Zug umzusteigen, der den Rest der Stecke fährt und der natürlich auch erst mindestens eine halbe Stunde später kommt.
Und so kommt es, das ich für gerade mal 130km insgesamt mindestens lockere vier Stunden brauche, bis ich endlich bei XPhile angekommen bin.
Nun, ich machte mich also auf den Weg zu XPhile… dort am Bahnhof angekommen musste ich dann erst noch ca. 2km mit Sack und Pack latschen, bis ich endlich in ihrer Straße angekommen war.
Stellt Euch das einmal vor…. ich klingle an ihrer Tür… sie macht auf…. und wir geben uns nicht die Hände zur Begrüssung, nein….
Wir haben uns angeschaut und sind uns in die Arme gefallen! Das war keiner der üblichen 90-Sekunden-Hugs die XPhile in Second Life normalerweise macht! Das war mindestens ein 90-Minuten-Hug! Es war so wunderschön….
Ab diesem Zeitpunkt war es endgültig um mich geschehen! Ich habe mich verliebt… bis über beide Ohren war, nein bin ich verliebt in eine wunderschöne, junge, ausgeflippte, verrückte, lustige und so süsse Frau.
Wir lagen den ganzen Rest des Tages eng zusammengekuschelt auf ihrer Couch, unterhielten uns und liessen uns nicht mehr los. Am Abend dann machte sie ihre Couch zu ihrem Bett und überliess mir ihr eigentliches Bett im Schlafzimmer. Ganz züchtig und anständig schlief dann jeder von uns in getrennten Zimmern, mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen und sehr, sehr glücklich ein.
Am nächsten Tag, hatten wir leider nicht mehr viel Zeit. Wir schliefen allerdings noch aus und frühstückten zusammen. Dann kuschelten noch eine ganze Weile und wir fingen sogar an, uns zu küssen und regelrecht zu knutschen. Bis dann der Zeitpunkt gekommen war, an dem ich leider schon wieder nach Hause fahren musste, da ich am Abend einen wichtigen Termin hatte. Der Abschied war lang und traurig… Aber es sollte nicht lang dauern, bis wir uns wiedersahen…. genauer gesagt dauerte es nur eine Woche, bis ich am darauffolgenden Wochenende wieder bei ihr war….
Und so entstand eine wunderschöne Beziehung die nur einmal, sehr viel später durch ein Ereignis im Mai 2008 getrübt wurde.
Am 30.01.2008 war es dann auch endlich mit ihrem Telefon- und Internet-Anschluss soweit – XPhile war wieder da!!!
Nun ratet einmal, was das erste war was wir in Second Life machten, als sie endlich wieder online kam…?
Ja… natürlich, sicher…. wir huggten uns… aber das meine ich nicht… *g* …Nein, wir beichteten unsere SL+RL-Beziehung der bisherigen SL-Beziehung von XPhile, dem Roy, der natürlich und verständlicher Weise nicht sonderlich angetan war und der mir auch sehr leid tat. Denn auch er hatte RL-Hoffnungen auf XPhile gehabt. Als Nächstes heirateten wir in Second Life. Wir gingen eine SL-Partnerschaft ein.
Nun, inzwischen sind seit dem Beginn unserer SL- und RL-Beziehung etwas mehr als 6 Monate vergangen und wir sind noch genauso verliebt und glücklich wie zu Beginn… Nein, es ist noch viel intensiver und schöner und inniger als es vorher war! Der Grund hierfür dürfte dieses besagte Ereignis im Mai sein….
Nun, XPhile hat in ihrem Profil ihr wahres Alter stehen, deshalb kann ich es hier auch sagen, sonst würde ich das natürlich nicht tun…. Sie ist 22 Jahre alt und ich bin immerhin 35 Jahre alt…
Sie wusste das natürlich von Anfang an und eigentlich, theoretisch bin ich ihr ja viel zu alt….
Und genau das verursachte ihr wohl einigen Zweifel, vorallem an ihrer eigenen Liebe. Sie zweifelte daran, das sie mich wirklich liebte. Sie befürchtete, das ich nur eine Bezugsperson sei, die ihr in der ungewohnten und neuen Umgebung zur Seite stand und ihr in ihrer Internet-losen Zeit geholfen hatte.
Und im Mai 2008 sagte sie mir das auch… sie bat sich etwas Zeit aus um darüber nachzudenken und sich klar werden zu lassen, wie sie zu mir stünde. Es war furchtbar… es war die Hölle für mich…. Diese Ungewissheit…. ich war (und bin nach wie vor) mir so absolut und unumstösslich sicher, das sie das Beste ist, was mir je passiert ist und ich sie mehr liebe als alles andere… und sie hatte Zweifel…! Nachdem wir so eine schöne Zeit zusammen hatten! Nachdem wir vier Monate fast jedes Wochenende zusammen verbracht hatten, so viele wunderschöne Momente zusammen hatten, so viel miteinander gelacht hatten…. so viel gekuschelt hatten… sie hatte sich doch so wohl bei mir gefühlt….?!
Nun, Ende Mai 2008 besuchte ich sie nochmals und ich war dann zwei Wochen lang bei ihr, bis zum 08.06. und auch da hatten wir eine wunderschöne Zeit zusammen… und ich war mir so sicher, das sie mich ebenfalls liebt. Allerdings musste ich dann wieder zu mir nach Hause, weil ich dort einige Verpflichtungen hatte, die mich für 14 Tage dort binden würden.
Wir hielten natürlich täglich den Kontakt, sowohl per SMS, als auch per Voice-Telefonie über MSN oder auch per Voice in Second Life… sie sagte mir jeden Tag wie sehr sie mich vermisse und auch ich vermisste sie schrecklich…. bis dann am dritten Tag, also am 11.06.2008 die Instant Message in Second Life von ihr kam, worin stand, das sie sich jetzt sicher sei und sie mich wirklich liebt!
Ohhhh… wow… ich war soooo erleichtert und noch viel, viel mehr war ich so verdammt glücklich! Jetzt musste ich nur endlich diese zwei Wochen hinter mich bringen, die mich an meinen eigenen Wohnort banden. Und das waren furchtbar lange zwei Wochen!
Hatte sie mir doch endlich ihre wahre und echte Liebe gestanden! Und ich konnte nicht zu ihr!
Nun… am 20.06.2008 war es endlich soweit! Meine Verpflichtungen endeten gegen 13 Uhr und ich machte mich sofort danach auf den Weg zu ihr!
Nun haben wir den 22.06. und ich bin seit zwei Tagen endlich wieder bei meiner Liebsten… und wir sind beide so glücklich und so froh uns endlich wieder in die Arme schliessen zu können!
Und genau das, dieses Ereignis, diese Zweifel und das darauf folgende Eingeständnis der wahren Liebe, das hat unsere Beziehung noch inniger, noch schöner, noch liebevoller werden lassen, als sie ohnehin vorher schon war!
Ich wünsche jedem, das er oder sie genauso glücklich wird, wie ich es im Moment bin!
Der Januar 2008 und die darauf folgenden 5 Monate…. das war die schönste Zeit meines ganzen bisherigen Lebens und ich möchte keine, nichtmal eine einzige Sekunde davon missen!
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Liebste XPhile….
Ich liebe Dich so sehr… ich liebe Dich mit jeder Faser meines Seins… ich liebe Dich mehr als alles andere auf der ganzen Welt! Und nur mit Dir bin ich so verdammt glücklich! Ich
lass Dich nie wieder gehen! Ich bin ganz Dein und möchte für immer mit Dir zusammen sein. Du gibst mir Deine Kraft und Liebe… Du gabst mir die Kraft und genau die Liebe, die ich in den schwersten Stunden meines Lebens gebraucht habe und jede weitere Stunde in der ich Deine Liebe spüren darf und in der ich Dir meine Liebe zurückgeben darf macht mich noch glücklicher!
Liebste XPhile… Du bist so eine wunderschöne und liebe, verständnisvolle und witzige Persönlichkeit…. Dich muss man einfach lieben. Wer Dich nicht liebt, der hat ein Herz aus Stein.
Ich liebe Dich, mein Mäusezähnchen, mein Engel und mein Herz.
Dein Criz.
- 1. Linda Paine – 2. September 2008
- Du hattest es mir ja erzählt in Berlin….so richtig wirklich kapiert habe ich es erst jetzt.
Um so mehr freue ich mich für euch, wirklich
-
2. Criz Collins – 2. September 2008 - Danke, Linda.
…schön, das Du hergefunden hast!
Was bin ich?
Ich möchte Euch noch etwas mehr über mich erzählen. Es gibt da ein dunkles Geheimnis… ein Geheimnis, das ich ca. 25 Jahre lang gehütet habe. Und ich habe wirklich jegliche Anstrengung unternommen um zu verhindern das das herauskommt.
Mit dem Selbstmord meines Vaters am 09.12.2007 aber ist etwas mit mir geschehen. Vielleicht war es auch nicht nur das, sondern alles zusammen, was in diesem Monat geschehen ist und das war nicht wenig. Jedenfalls hat sich bei mir ein Schalter umgelegt und seitdem gehe ich sehr offen mit diesem Thema um.
Mein Outing hatte ich bereits Mitte Dezember 2007 und seitdem habe ich vielen Leuten davon erzählt. Eigentlich habe ich durchweg nur gute und schöne Reaktionen darauf erhalten. Dennoch habe ich nach wie vor immernoch Angst, das sich das ändern könnte.
Inzwischen wissen es eigentlich alle, mit denen ich befreundet bin. Sogar meine Geschwister wissen es inzwischen und sie waren zwar überrascht, aber dennoch freundlich und verständnisvoll.
Nun, worum soll es hier gehen? Was könnte so schrecklich oder schlimm sein, das man es so sehr behüten und schützen muss und so sehr darum bemüht sein muss, damit es nicht ans Licht kommt? Und vorallem was für ein Geheimnis könnte das sein, das man dann auf einmal offen jedem erzählt, nachdem man eine oder mehrere Schock-Situationen hinter sich hat?
Nun, es fing ungefähr in der 3. oder 4. Klasse, in der Grundschule an.
Damals hatte ich meine erste Hochzeit… Sie hiess Damaris und ich habe sie sehr geliebt. Leider war unser Glueck nur von kurzer Dauer… drei oder vier Tage dann war die Ehe vergessen.
Aber ungefähr zur gleichen Zeit geschah etwas mit mir. Ich merkte etwas, was mir sehr zuschaffen machte. Ich war anders. Ich spielte anders, ich hatte andere Interessen und ich dachte anders, fuehlte anders und reagierte anders als die anderen Jungen in meiner Klasse oder auf der Schule. Ich fuehlte mich irgendwie nicht wohl. ich war viel mehr mit Maedchen zusammen, als mit gleichaltrigen Jungs, spielte sogar Seilhuepfen oder dieses Springspiel mit Kreide auf dem Boden, wo man in diese Kaestchen huepfen muss, ich weiss nicht mehr, wie das hiess. Ich fuehlte, das da irgendetwas falsch ist, ich konnte damals aber natuerlich noch nicht definieren, was das war.
Es war schon ein paar Jahre spaeter, als mir ein Licht aufging. Es muss so in der 6. Klasse gewesen sein. Ich fuehlte mich in der Rolle und in dem Koerper, den mir mein Leben aufgedrueckt hatte nicht wohl. Ich wollte ein Maedchen sein, ich wollte mit ihnen lachen und weinen und mit ihnen shoppen, spielen und Jungs aufreissen. Gut, Letzteres kam auch erst ein paar Jahre spaeter. *g*
Ich hatte Angst. Angst vor meinen Gefuehlen, vor dem, was ich bin, vor diesem Koerper und seinen Reaktionen… und vorallem hatte ich angst davor, wie die Anderen reagieren, wenn sie etwas davon merken. So blieb mir nichts anderes uebrig, als zu versuchen mich so zu akzeptieren, wie ich bin und was ich bin. Ich versuchte mir „maennliches Verhalten“ anzutrainieren, ich beobachtete die anderen Jungs und imitierte sie. Ich gewoehnte mir auch an so zu laufen, was nicht einfach war. Vorher wurde ich manchmal gehaenselt dafuer, wie ich mit dem Po wackelte beim Laufen, das habe ich noch sehr gut in Erinnerung. Natuerlich gab es auch noch andere Haenseleien, deutlich Schlimmere und auch weniger Schlimme – Kinder sind sehr grausam. Ich lernte also, ein Mann zu sein und ich fand es widerlich.
Ich lernte, damit zu leben. Und es war nicht leicht, im Gegenteil. Ich wuchs auf in einem ziemlich prueden und elitaeren Elternhaus und die leiblichen Soehne meiner Eltern waren beides wahre Jungs, inzwischen Maenner. Ich konnte mit meiner Familie ueber Vieles reden, aber nicht darueber. Meine (Adoptiv-)Familie ist wirklich lieb und nett und ich liebe sie sehr, alle, ausnahmslos. Aber in dieser Sache konnte ich nicht mit ihnen reden und sie haetten mir auch nicht helfen koennen, denn sie haetten mich nicht verstanden.
Nun, das ging einige Jahre so weiter. Ich war ein Mann, aeusserlich. Und ich bemuehte mich redlich auch als Einer glaubwuerdig zu erscheinen.
Es folgten 4 schwere Jahre, in denen ich viele, viele Fehler machte. Es begann in der 9. Klasse, als ich von Zuhause abhaute. Drei Wochen spaeter wurde ich aufgegriffen und nach Hause zurueck gebracht. Ich machte die Schule weiter und schloss diese dann nach der 10. Klasse auf dem Gymnasium mit der Mittleren Reife ab. Ich begann eine Lehre zum Elektroinstallateur, brach diese nach anderthalb Jahren ab und verschwand wieder. Diesmal fuer deutlich laengere Zeit und ich bete immernoch um Vergebung und Verzeihung von meinen Adoptiveltern, die so viel mit mir durchmachen mussten.
Es folgten 1991 eine echte Hochzeit und vier Jahre spaeter die Scheidung.
1996 schloss ich dann endlich meine Lehre als Einzelhandelskaufmann ab und ich war sehr stolz darauf, weil ich das ganz alleine geschafft hatte.
Während dieser Lehre hatte ich meine leiblichen Eltern gefunden. Mein leiblicher Vater lebte mit meinen leiblichen Geschwistern in Berlin und meine leibliche Mutter im Schwarzwald.
Ich wollte sie alle kennenlernen und beschloss nach Berlin zu gehen. Nun, aus einem kurzen Besuch beim 18. Geburtstag meiner leiblichen Schwester, wurden dann im Endeffekt fast 11 Jahre die ich in Berlin bei meiner leiblichen Familie verbrachte.
Als ich im Mai 2007 dann wieder nach Süddeutschland zu meinen Adoptiveltern ging fiel allen der Abschied sehr, sehr schwer. Vorallem mein leiblicher Vater war extrem traurig.
Nun, was dann im Dezember 2007 geschah, kann hier nachgelesen werden. Die Geschehnisse im Dezember 2007 haben mich soweit gebracht, mich zu offenbaren und ganz offen mit meinem „Problem“ umzugehen, bis auf eine Ausnahme: Meine Adoptiv-Eltern wissen es immernoch nicht und sie werden es auch nie erfahren.
Heute… seit Januar 2008 weiss ich, das ich richtig gehandelt habe. Alle um mich herum wissen es und sie behandeln mich nicht anders als vorher. Sie behandeln mich als genau den Menschen, der ich bin – ganz ohne Sicht auf das Geschlecht.
Heute… seit Januar 2008 bin ich mit der liebsten, schönsten, verständnisvollsten und auch liebevollsten Frau zusammen, die ich je in meinem Leben getroffen habe und auch niemals wieder treffen werde. Und auch sie nimmt mich so, wie ich bin.
Auch ihr habe ich, bevor wir ein Paar wurden von meinem Problem erzählt. Bis dahin hatten wir nur schriftlichen Kontakt in Second Life, ganz ohne Voice und sie dachte bis dahin immer, ich sei eben jene kleine, süsse, niedliche und scheue Frau, die ich in Second Life bis zu diesem Zeitpunkt mit dem Avatar Criz Runo verkörpert habe.
Aber seitdem wir zusammen sind und zwar nicht nur in Second Life, sondern auch und vorallem im Real Life, im wirklichen Leben, seitdem fühle ich, nein seitdem weiss ich, ich kann auch ein Mann sein. Für sie, für die Frau die ich liebe und mit der ich den Rest meines Lebens verbringen möchte… nur für sie kann und möchte ich ein wirklicher Mann sein. Und das Beste daran, es stört mich nicht mehr im Geringsten! Ich bin gerne ein Mann. Auch wenn ab und zu noch die alten Träume und Wünsche hochkommen, ich weiss, ich bin ein Mann und mache meine Liebste glücklich, so wie sie mich glücklich macht.
Ich bin endlich so verdammt glücklich! Als Mann!
Dieser Artikel soll all Jenen Mut zusprechen, die sich in der gleichen Situation befinden wie ich!
Es gibt viele Menschen auf der Welt, die sich im falschen Körper befinden. Es gibt vorallem sehr viele Menschen, die niemals so wie ich jetzt, das äusserliche, sichtbare Geschlecht auch leben könnten.
Hey, Ihr Transfrauen und Transmänner da draussen! Habt keine Angst vor irgendwelchen Reaktionen! Habt keine Angst davor Euch Euren Freunden zu offenbaren! Es wird nie so schlimm, wie Ihr es Euch ausmalt.
Habt vorallem keine Angst, die Schritte die ihr als notwendig erachtet auch zu tun und konsequent zu verfolgen!
Auch ich war soweit und wild entschlossen, mich einer Geschlechtsumwandlung unterziehen zu lassen. Und nichts und niemand hätte mich davon abbringen können. Heute allerdings, seitdem ich meine Liebste habe weiss ich, das ich beides sein kann. Auch ohne die Umwandlung. Ich kann sowohl die sensible und liebevolle Frau sein die in mir steckt, als auch der starke, hilfreiche Mann den man mir nur von aussen ansieht.
Ich habe den Wunsch der Umwandlung fallen gelassen. Aber Euch rate ich ernsthaft, wenn ihr nicht solch ein Glück habt und jemanden findet, mit dem Ihr Euer Leben verbringen wollt und zwar wirklich und ehrlich und in dem Körper in dem Ihr Euch befindet, dann macht die Umwandlung! Geht Euren Weg und lasst Euch nicht davon abbringen durch irgendwelche selbsternannten „Psychologen“ die behaupten, das das nur ein verrübergehender Wunsch oder gar eine heilbare Krankheit ist!
Transidentität ist keine Krankheit! Es ist ein Zustand der schon im Mutterleib entsteht und aus dem man nicht entfliehen kann, für den es keine Heilung gibt!
Die einzige Lösung die es dafür gibt ist, das äusserliche Geschlecht dem inneren Befinden und Gefühlen anzupassen! Gebt nicht auf!
Euer Criz Collins… und Eure Criz Runo
Hier ein paar weiterfuehrende Links zu diesem Thema, die auch mir sehr geholfen haben, mich zu erkennen und zu entscheiden. Sie sollten Euch helfen zu verstehen und zu akzeptieren:
Wikipedia zum Thema Transsexualitaet:
http://de.wikipedia.org/wiki/Transsexualit%C3%A4t
Sehr interessanter Artikel, was Transexualitaet ist und wie es entsteht:
http://www.transsexuell.de/med-pichlo.shtml
(IMt mich ingame an, wenn ihr Fragen habt, jederzeit. Ich stehe allen Fragen zur Verfuegung und freue mich auf Eure Reaktionen!)



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